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 S. Staudenmaier

2006

 ------------2004

       

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Anreise

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Die erste Rhoneschleuse

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Logbuch

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10.09.04

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15.09.04

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20.09.04

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25.09.04

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30.09.04

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Unsere Route

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Ankunft in Rosas Spanien 

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Vorbereitung zum Mastlegen

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Liegeplatz in der "Pampa"

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Rhoneschleuse 25m Hub

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Abendessen mit romantischem Ausblick

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Stadtbummel

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Dole

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Schleuse an der Saone

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wunderschöne Allee in der Saone

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immer wieder: passen wir da durch ???

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Doubs / Rhein Rhone Kanal

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Tunnel bei Thoraise

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Versorgung mit Baguette und Käse

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abendliches Bad mit Flusswasser

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Frühnebel, Gerhard bringt Proviant mit

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Hubbrücke Doubs

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Rhein Rhone Kanal

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Hochwassersperrwerke => immer sehr eng

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Schleuse am Doubs, klettern notwendig.

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volle Rheinschleuse

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angekommen: Kranen in Remseck

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Bootsüberführung NEXUS vom 01.09.04- 01.10.04

von Rosas in Spanien nach Remseck in Deutschland

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Zusammenfassung:

  • Reisedauer 30 Tage

  • über 2 Grenzen: Spanien, Frankreich, Deutschland

  • über 5 Flüsse: Rhone, Saone, Doubs, Rhein, Neckar

  • Überquerung der europäischen Wasserscheide

  • Gesamtstrecke 726 sm (ca. 1344 km)

  • reine Fahrzeit 210 Stunden

  • längste Etappe: 29 Stunden 123sm (Golf von Lyon)

  • 157 Schleusen (Hubhöhen von 0,5m- 25m)

  • Kraftstoffverbrauch 375 Liter Diesel

  • Durchschnittswerte:

    • Fahrzeit ca. 7 h/Tag

    • Geschwindigkeit 3,45 kn

    • Verbrauch 1,95 L/h (0,55 L/sm)

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Reiseinfos:

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Anreise:

Unser Abflughafen ist in der Nähe von Karlsruhe, hier checken wir am 31.8.04 bei einem Billigflieger ein. 

Zusammen mit meinem Freund Harald will ich (Steffen) unser Schiff überführen, da Denise Ihren Laden leider nicht für  4-Wochen schließen kann.

Als Gepäck haben wir jeder nur eine große Sporttasche in der neben ein paar Kleidern auch noch so wichtige Dinge wie Navigationsunterlagen, Fernglas, zusätzliche Fender, Fotos, Bücher usw... Platz finden mussten

In 2,5 Stunden sind wir in Gerona (in der Nähe von Barcelona), wo wir abgeholt werden und mit einem kleinen Bus nach Rosas an den Liegeplatz der NEXUS fahren.

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Einen Tag später trifft auch der bisherige Besitzer ein. Er wird mit uns bis nach Port St Louis segeln. Wir wollen während des ersten Schlages, über den Golf von Lyon, die Übergabe des Schiffes machen. Von Marseille aus wird er dann wieder mit dem Zug nach Hause fahren.

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Am 2.9.04 müssen wir morgens noch den Windgeber im Mast installieren (er war noch in Reparatur) und um 11 Uhr war es endlich soweit, unser Überführungstörn begann.

Es wurde ein wunderschöner Nachtschlag, Vollmond, leichter Seegang, und Wind mit 12-15kn.

Nachdem in den frühen Morgenstunden der Wind abflaute und es sehr diesig wurde, waren leider doch noch einige Motorstunden notwendig.

In Port St. Louis angekommen trafen wir wie verabredet Rikk und Sonja die dort schon einige Wochen mit Ihrer BigBlueITI lagen.

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Von Deutschland aus hatte ich schon einen Termin für das legen des Mastes für den nächsten Tag vereinbart, also wurden noch am gleichen Tag dafür alle Vorbereitungen getroffen.

Das legen des Mastes klappte hervorragend und super schnell.

Nachdem alles sauber vertäut und verstaut war, gab es noch ein schönes Abschiedsfest an Bord der BigBlueItI. Leider wurden wir von Moskitos fast aufgefressen.

Am nächsten Tag warfen wir die Leinen los um den nächsten Abschnitt unserer Reise die Rhone aufwärts zu beginnen. 

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Die Schleuse Richtung Rhone öffnet offiziell um 9:15, also legten wir rechtzeitig ab und waren um 9:05 an der Schleuse.

Beim anfahren auf die Schleuse sahen wir gerade noch wie sich die Tore schlossen. Aus irgendeinem Grund wurde Sie wohl früher geöffnet. Das Dumme daran war, dass die nächste Öffnung erst um 12:15 Uhr war. Also warten warten warten!! und es war richtig schön heiß. Ein toller Anfang für unsere Flussfahrt, damit war die geplante Tagesstrecke natürlich hinfällig, und wir kamen an diesem Tag nur bis Arles

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Die erste Rhoneschleuse:

 

Die erste Rhoneschleuse war ein wirklich nervenaufreibendes Erlebnis. Die Schleusen sind sehr hoch, und werden in relativ kurzer Zeit geflutet, dabei wird das Wasser durch den Boden in die Kammer gedrückt. In der Kammer bilden sich riesige Strudel die am Boot in allen Richtungen zerren.

Das Schiff kann nur an einem Schwimmpoller belegt werden, da die Poller sehr weit auseinander liegen (passend für die Berufsschifffahrt) Es waren 2 lange Leinen vom Bug und Heck bis in die Mitte gelegt und dort auf dem Schwimmpoller in der Schleuse belegt. (Leider hatte das Schiff damals noch keine Mittelklampen)

Durch die starken Strudel wurde nun der Bug Richtung Schleusenwand gedrückt und da der Mast vorne übersteht, wurde dieser an die Schleusenwand gedrückt und drohte die Auflage abzureisen. Das Problem ist, dass ein Segelschiff einen ziemlich bauchigen Rumpf hat, und nicht über die ganze Länge an der Schleusenwand anliegt. Das Schiff kann sich damit um den Bauch drehen da es ja nur in der Mitte gehalten wird.

Wir waren zu zweit kaum in der Lage das Schiff vorne von der Wand abzuhalten. Erst nachdem ich den Vorwärtsgang einlegte und im Leerlauf mit gelegtem Ruder in den Festmacher eindampfte gelang es uns das Schiff unter Kontrolle zu bringen.

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Bei den nächsten Schleusen waren wir besser vorbereitet und hatten nun die richtige Technik raus. Wir besorgten uns später noch einen sehr dicken Fender der am Bug angebracht wurde und damit die Anlagefläche verlängerte. Harald stand immer am Bug bereit um den Bug mit einer Stange von der Schleusenwand abzuhalten.

Ich legte bei Beginn der Schleusung den Gang ein, dampfte in die Spring ein und legte Ruder gegen die Strömungsrichtung.

Mit dieser Technik waren die weiteren großen Schleusen der Rhone kein Problem mehr.

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Logbuch:

jeweils kurze Infos zum Liegeplatz und Auszüge aus dem Logbuch

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5.9.04 Arles

kurzer Steg für 6-8 Schiffe direkt in der Stadt, bereits belegt, wir liegen im Päckchen. Tankstelle Sonntag geschlossen.

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6.9.04 Roquemaure

Erste Rhoneschleuse: Bericht siehe oben. Wir liegen mitten in der "Pampa" an einer kurzen Mauer. Wunderschöner Blick auf den Tour de L`Hers. Wir schwimmen abends noch eine Runde in der Rhone. (hoffentlich ist das Wasser so sauber wie es aussieht) 

Der südliche Teil der Rhone ist Landschaftlich sehr reizvoll mit Burgen und naturbelassenen Ufern.

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7.9.04 Port de Cruas

Wir liegen an eine schrägen Kaimauer, schlecht abzufendern.

Heute langes Kanalstück => sehr langweilig. 

Sehr heiß und lange Etappe: 42sm

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8.9.04 St. Valier

Liegen an einer verlassenen Sliprampe in der Wildnis. Anfahrt war schwierig, da sehr flach. 1. Schleuse hatte extreme Strömung von hinten. Maschine 1/4 Fahrt rückwärts. Diesel wird langsam knapp.

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9.9.04 Condrieu

Marina Condrieu, sehr schön und freundlich. Kleiner Laden im Ort. Dieseltankstelle, Wasser und Strom. Wassertanks gefüllt und Wäsche gewaschen

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10.9.04 Couzon

Fahrt durch Lyon war faszinierend. Der Fluss führt mitten durch die Altstadt unter unzähligen Brücken hindurch und an schönen historischen Bauwerken vorbei. Heute setzt Mistral ein. Letzte Schleuse sehr starker Wind von hinten. Anlegen schwierig.

SuperMarche in 10 min erreichbar. => Rotweinvorräte aufgefrischt.

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Die Saone ist ein deutlich kleinerer Fluss als die breite Rhone.

Schöne naturbelassene Ufer mit Wald säumen den Fluss.

Hin und wieder eine kleine Stadt oder ein Dorf, und dann wieder lange Zeit nur Natur.

Überall sitzen Angler, teilweise auch an den Anlegestellen. Will man anlegen sind sie teilweise nicht sehr erfreut und machen manchmal auch nur unwillig Platz.

 

11.9.04 Port d´ arical / Creches

Anlegeponton, in Zufahrt und am Ponton nur 0,5m unter dem Kiel

Ort etwas weiter entfernt.

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12.9.04 Tournus

Steg der Charterfirma. Abends stark belegt. Sehr schöne Altstadt mit Kirche. Morgens frisches Baguette.

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13.9.04 Verdun sur le Doubs

Hafen in der Stadt. Wir mussten abends noch umlegen, senkrecht zum Steg sonst hätten wir 3 Liegeplätze zahlen müssen. Schiff schlecht festzumachen, Mast ragt über Steg=> bei Nacht gefährlich. Duschen 2 Euro, sehr teuer aber tut echt gut.

Gute Einkaufsmöglichkeiten im Ort.

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14.9.04 San Jean de Losne

Ölwechsel und Ölfilterwechsel, super Bootszubehörladen mit Ersatzteilen. Einfahrt war nur rückwärts möglich, da der Hafen sehr eng ist. (das hat wieder Nerven gekostet)

Im relativ großen Hafenbecken sind auch Charterfirmen angesiedelt.

Vor dem Hafen liegt ein Bunkerschiff.

Wie überall sehr kurze Stege, das Schiff steht  zur Hälfte über und unser Mast ragt weit ins Fahrwasser.

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15.9.04 Dole

Neue Steganlage mit senkrechten Stegen. Erste Nacht kostenlos, Hafenmeister spricht deutsch und gibt gerne Tipps für die weitere Fahrt bezüglich Anlegestellen usw.. Sehr schöne sehenswerte Stadt.

Heute haben wir den Funksender für die automatischen Schleusen erhalten.

 

Der Doubs bietet eine wunderschöne ursprüngliche Flusslandschaft, die sich mit Kanalpassagen abwechselt. Teilweise führt er durch schöne grüne Täler die von Felsen eingerahmt sind.

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Allerdings ist die Navigation nicht ganz einfach, da die Fahrrinne meist nicht betonnt ist. Es gibt im Flussführer dann nur die Angabe wie weit man sich vom Ufer freihalten muss. Die Entfernung (zum Beispiel 15 m vom linken Ufer) ist natürlich nur schwer abzuschätzen, so dass man sich teilweise mit Hilfe des Echos der Rinne entlang tasten muss.

Die Fahrrinne ist meist auch nicht sehr breit.  Manchmal erkennt man das daran, dass in 5m Entfernung ein Reiher im Wasser steht oder ein Grasbüschel herausschaut.

 

Aber alles in allem einfach wunderschön!

 

16.9.04 Thoraise

Sehr idyllischer Liegeplatz mit Wasser und WC oberhalb der Schleuse Thoraise. Leider nur für max. 2 Schiffe. Am Steg nur 10cm Wasser unter dem Kiel.

Heute einige kritische Situationen mit chaotischen Hausbootfahrern an engen Streckenabschnitten.

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17.9.04 Novillars

Steg für 2 Boote. In unmittelbarer Nähe Bar mit Pizzas und Fastfood

Heute 2 Tunnels durchfahren, der erste davon unbeleuchtet.

Der Zweite Tunnel hat direkt im Tunneleingang eine Schleuse.

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18.9.04 Baumes les Dames

Als Anlegesteg dient eine Arbeitsplattform die am Kanalrand festgemacht ist. Wir sind zuerst vorbeigefahren, und mussten später das Schiff im Kanal drehen. War ein kniffliges Unterfangen, da der Kanal gerade so breit wie das Schiff lang ist. Es war sicher eine interessante Schau für die Passanten.

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Ab hier wird Harald für eine Woche das Schiff weiter fahren, da ich für eine Woche nach Stuttgart muss, um in der Firma nicht verschiebbare Termine wahrzunehmen.

Zur Unterstützung von Harald kommen zwei meiner Arbeitskollegen Gerhard und Rainer. Ich fahre schweren Herzens mit Gerhards Auto nach Hause. 

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19.9.04 Baumes les Dames

Erster Ruhetag ( Warten auf Rainer)

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20.9.04 L´Isle-sur le Doubs

Liegen an der Kaimauer von  L´Isle-sur le Doubs. erstes Anlegemanöver von Harald klappt super.

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21.9.04 Montbeliard

Liegen im Hafen von Montbeliard

Funkfernbedienung an der Schleuse Colombier - Fontaine abgegeben. Ab jetzt handbediente Schleusen. Der oder Die Schleusenwärter/ in fährt teilweise mit dem Moped voraus und macht die nächste Schleuse fertig.

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22.9.04 Montreux Chateau

13:00 Uhr der Warnton des Motors geht wegen zu hoher Temperatur an.

Nach dem zerlegen der Wasserpumpe stellt sich heraus dass der Impeller kaputt ist. Zum Glück ist Ersatz an Bord und der Impeller wird getauscht. Danach ist wieder alles in Ordnung.

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23.9.04 Dannemarie

Liegen in der Marina. Endlich wieder richtig geduscht. Die Crew erstrahlt in neuem Glanz. Stimmung gut, Kochkünste von Rainer hervorragend, Wetter schlecht.

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24.9.04 Mülhausen

Am Quai D' Alger Crechtes festgemacht.

Heute ist wieder Crew-Tausch, Steffen kommt wieder an Bord und Gerhard und Rainer fahren nach Hause.

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25.9.04 Vogelgrün

Marina auf der französischen Seite. Gleich nach der Einfahrt aufgelaufen (Schlickrutscher) konnten uns wieder aus eigener Kraft freifahren. Liegen jetzt wegen Tiefgang an der Tankstelle.

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26.9.04 Offendorf

Marina im Baggersee Offendorf mit Schwimmstegen.

Einfahrt in den Baggersee sehr schwierig und gefährlich, da die starke Strömung des Rheins dazu zwingt mit voller Fahrt in die enge Einfahrt hineinzuschießen. Wenn man zu langsam ist, oder stoppen muss, drückt einen die Querströmung vor der Einfahrt auf die untere Uferböschung. 

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27.9.04 Kiefernweiher

Im Kiefernweiher am Gästesteg.

Den Rhein schießen wir mit 10kn Fahrt über Grund abwärts.

Viel Berufsschifffahrt, permanentes wechseln von Stb nach Bb

( Berufsschifffahrt zeigt oft die blaue Tafel für die Begegnung Stb/Stb)

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In den Rheinschleusen geht es meist eng zu. Einmal ruft uns der Schleusenwärter zusammen mit 2 Frachtern und einem Hotelschiff in die Schleuse, da bleibt nur das Festmachen in der Mitte an einem Frachter.

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28.9.04 Neckarsteinach

Liegen an einem Arbeitsboot des WSA.

Ab heute geht es wieder etwas ruhiger zu, da wir nun den Neckar aufwärts fahren.

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29.9.04 Obrigheim

Steganlage Obrigheim, Schlickrutscher beim ablegen. Er zwingt uns rückwärts den Liegeplatz zu verlassen, auf dem selben Weg auf dem wir den Steg angelaufen haben.

 

Denise kommt in Zwingenberg an Bord, um den restlichen Weg bis Remseck bei Ludwigsburg mitzufahren.

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30.9.04 Lauffen a. N.

Liegen an der Spundwand nach der Schleuse.

Ein Segler der hier am Neckar segelt, sieht uns liegen und fragt woher wir kommen. Auf unsere Antwort "von Spanien", schüttelt er nur den Kopf. Er fühlt sich wohl veräppelt und zieht weiter.

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1.10.04 Remseck

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Wir sind angekommen, nach 30 Tagen, 157 Schleusen und 1344 km.

Das Schiff liegt noch eine Woche am Steg und wird dann mit einem großen Autokran an Land gestellt.

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Nun kann die geplante Überholung des Schiffes beginnen.

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(Siehe Seite 2005)